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Noch ein paar Zeilen zum Weltband

Dann möchte ich mich auch mal an einer Bewertung des Weltbandes versuchen. Ich schreibe an dieser Stelle aber keine klassische Rezension, die hat Alagos bereits sehr anschaulich verfasst, und auch auf Bobas:T: Time kann man sich einen fundierten Überblick über die im Buch behandelten Regionen und Kulturen verschaffen. Ich gehe daher gleich konkret auf die Dinge ein, die mir persönlich (!) gefallen bzw. nicht so gut gefallen haben. Ich beginne mal mit dem

CONTRA

 

Das Layout

Das Baby… ich meine natürlich Himmelblau ist sicher etwas gewöhnungsbedürftig, ich empfinde es aber keinesfalls als störend. Anders als der Zierrand auf jeder Seite, der für meinen Geschmack eindeutig zu dominant ausgefallen ist. Hier würde ich mir in kommenden Publikationen etwas Grazileres, Zurückhaltenderes wünschen.

 

Der Umfang

Hier mag es anders lautende Meinungen geben, aber ich finde, dass das Buch ruhig 50-100 Seiten mehr vertragen hätte können. Manche Regionen sind nur sehr knapp beschrieben und ein paar Worte mehr zu den Persönlichkeiten und Göttern wären auch nicht falsch gewesen.

 

Die Götter

Die Anzahl der Götter scheint auf den ersten Blick etwas zu hoch gewählt. Wenn man jedoch die schiere Größe des Kontinents und die unterschiedlichen Kulturen bedenkt, sowie, dass jeder Staat lediglich ein paar der aufgelisteten Götter verehrt, dann ist das schon schlüssig wie es ist.

Allerdings wirkt die Liste mit den 120 Göttern trotzdem etwas unglücklich, weil eine echte Beschreibung der Gottheiten fehlt. Sicher wird das in einem später erscheinenden Band nachgeholt, aber ein paar Seiten, in denen zumindest ein wenig auf die wichtigeren Götter eingegangen wird, wäre im Weltband wünschenswert gewesen. So muss man sich leider die Informationen über die Götterwelt aus den Beschreibungen der Regionen zusammen suchen.

 

Spielleiterinformationen

Auch diese gibt es, aber ich hätte mir mehr davon gewünscht. Geheime Hintergründe, landläufige Irrtümer, geschichtliche Fakten die verloren gegangen sind, usw. Hier hätte man einige an interessanten Informationen einstreuen können.

 

Die Entfernungen berechnen

Wie weit muss man laufen, wenn man von Winborn nach Sarnburg reisen möchte? Leider gibt es bei den Detailkarten keinen Maßstab und man muss anhand der Weltkarte oder Angaben im Beschreibungstext ungefähre Schätzangaben machen.

 

Besondere Örtlichkeiten und Abenteueraufhänger

Es gibt zwar immer wieder Angaben zu speziellen Orten oder Stätten, aber davon hätte ich gerne noch mehr gehabt, ebenso wie andere Hooks, die regionsspezifisch die Phantasie der Spielleitung bezüglich Abenteuerideen anregen können.

 

Intelligente Rassen

Warum gibt es intelligente Rassen, die man nicht spielen kann? Mir persönlich hätten die 5 Spielerrassen sowie die Dracurier schon gereicht, aber wenn man unbedingt weitere intelligente Humanoide haben möchte, dann soll man die meines Erachtens nach auch verkörpern können.

 

 

PRO

Alles andere ;-)

 

Der gewählte Schrifttyp für die Überschriften gefällt mir gut und die Anordnung von Texten und Grafiken ist übersichtlich und wirkt durchdacht. Die Bilder lockern den Text auf und ihre Häufigkeit passt in meinen Augen genau.

 

Generell wirkt die Qualität des Buches auf mich sehr professionell und gut gemacht. Man merkt schnell, mit wie viel Engagement die einzelnen Autoren ans Werk gegangen sind.

 

Die schönen Fluff-Texte sind angenehm und verständlich verfasst und es haben sich im Vergleich zu anderen RPG-Büchern, die ich in letzter Zeit gelesen habe, nur sehr wenige Rechtschreib- und Flüchtigkeitsfehler eingeschlichen.

 

Die Regionen wirken weder wie ein zusammengewürfelter Flickenteppich im Themepark-Stil (wie z.B. in Pathfinder) noch wie der Versuch, möglichst viele Kulturen auf viel zu engem Raum zusammen zu quetschen (wie z.B. in DSA), sondern reihen sich stimmig und organisch aneinander.

 

Die Geschichte des Kontinents ist (nach Fantasymaßstäben) nachvollziehbar und schlüssig, und die Spielerrassen wirken greifbar und „echt“.

 

Schön finde ich auch, dass es für die Spieler viel zu entdecken gibt. Erstens, weil die Spielwelt sehr groß ist und zweitens, weil viele Gemäuer und Hinterlassenschaften der alten Herrscher noch unentdeckt sind. Hier hätte man sicher noch mehr direkt anmerken können, aber zumindest ist reichlich Potenzial dafür vorhanden.

 

Die Anderswelt, die Mondpfade und den Splittermond sind sehr interessant beschrieben, wobei diese Bereiche in meinen Augen gern noch etwas zentraler/relevanter werden dürfen.

 

Gut gefallen mir auch die weißen Flecken, die nie offiziell beschrieben werden und somit ganz in Händen der jeweiligen Rollenspielgruppe liegt.

 

Es wird keine abgefahrene Nischenwelt beschrieben, die nur sehr spezielle Geschmäcker bedient, sondern man bekommt genau das, was die Autoren angekündigt haben: Eine schöne, kreativ durchdachte EDO-Welt, die klassisch aber nicht angestaubt daherkommt. Dasselbe wünsche ich mir auch für das GRW.

 

Und das wohl wichtigste Pro-Argument: Je mehr man liest, desto mehr möchte man in Lorakis spielen. Ich kann nur empfehlen, dass sich jeder selbst ein Bild davon verschafft.

 

Hier wurde das Rad sicher nicht komplett neu erfunden, aber die verwendeten Elemente wurden stimmig und niveauvoll eingesetzt. Von mir bekommt ‘Splittermond – Die Welt ‘ auf jeden Fall eine 2+ und ich freue mich schon sehr darauf, gemeinsam mit einer oder zwei Spielgruppen weiter in diese Welt einzutauchen.

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